Chronik des Schützenvereins Jever von 1786 e. V.

Unser Verein heißt "Schützenverein Jever von 1786"

1786 wurde die Schützenkompanie errichtet. Geschichtlich gesehen war es die Zeit des Absolutismus.
Im Jeverland regierte bis 1793 Friedrich-August von Anhalt - Zerbst.

Schon im Jahre 1770 äußerte Friedrich-August den Wunsch, dass Verhandlungen für ein jährlich stattfindendes Vogelschießen geführt werden. Die Unterstützung der Bürger blieb ihm versagt.

Im Jahre 1780 wurde der Wunsch wiederholt und zusätzlich wurde die Forderung nach einer Schützengilde gestellt.

Aber erst 6 Jahre später, am 10. Juli 1786 erklärten sich 66 Bürger zum Eintritt in das Schützen-Corps bereit.

Der erste Kapitän war Wilhelm Heinrich Karl Hammerschmidt.

Er war Kaufmann in Jever und nach ihm wurde die Hammerschmidtstraße benannt.

Der erste König wurde ausgerufen am 26.07.1786. Es war der Schützenbruder Eilhard Eden.

Im Jahre 1819 löste sich die Kompanie auf. 1820 wurde der Versuch gemacht, eine neue Kompanie zu gründen. Leider klappte es nicht. Die weiteren Bemühungen in den Jahren 1823 bis 1828 blieben auch ohne Erfolg.

Im Jahre 1834 kam es dann zur Neugründung. Es wurde wieder ein Schützenfest ausgerichtet, und zwar am 25. August 1834.

Der Schützenverein Jever betreibt bis heute Traditionspflege nach altem Vorbild.

Schützenkönige hatten wir außer 1915 bis 1918 und 1940 bis 1948 in allen Jahren.

Für die Freunde des Denksports: Wieviele Schützenkönige wurden bisher geehrt?

Die sportliche Seite ist in den letzten Jahrzehnten in den Vordergrund getreten, wobei die Tradition ihren festen Platz im Verein hat und gepflegt wird. Der Verein hat z. Zt. 198 Mitglieder und verfügt über eine starke Jugendabteilung.

Im Juli 2006 feierte unser Verein sein 220 jähriges Bestehen

Orden und Ehrenzeichen

Orden und Ehrenzeichen, Medaillen und andere Auszeichnungen haben wir in unserer 220 - jährigen Geschichte in einer recht großen Zahl ausgegeben.
Ein sehr schönes Stück aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist davon noch erhalten - eine Auszeichnung für 25-jährige Mitgliedschaft in der "Organisation der Schützen in Jever".

Leider ist dieses schöne Stück nicht mit einem Datum oder einem Ausgabejahr versehen.
Die "Schützencompanie" in Jever, wie schon oben erwähnt, wurde auf allgemeinen Wunsch des seinerzeit regierenden Fürsten Friedrich August von Anhalt - Zerbst im Jahr 1786 gegründet. Im Gründungsjahr wurde bereits am 20. Juli das erste Scheibenschießen und am 16. August das erste Vogelschießen veranstaltet.
Die ersten Mitglieder könnten damit ab dem Jahre 1811 für eine 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet worden sein.

Unter dem Namen "Schützen-Verein", siehe auch oben, treten wir Schützen in Jever seit dem Jahr 1834 auf. Auf dieses Datum gerechnet, wären 25-jährige Mitgliedschaften ab dem Jahr 1859 möglich gewesen. Dieses ist mit Sicherheit auch der späteste Zeitpunkt für die Vergabe der Medaille gewesen.
Aus einer späteren Zeitepoche kann die Auszeichnung nicht stammen, da sie vom Großherzoglichen Oldenburgischen Bibliothekar Dr. J. F. L. Theodor Merzdorf bereits in seinem im Jahr 1862 erschienen Werk "Die Münzen und Medaillen Jeverland`s" beschrieben ist.
Nach dem genannten Buch zeigt die Medaille unter dem gekrönten, mit Helmdecken belegten und drei Straussfedern verzierten Helm im deutschen Schild den gekrönten jeverschen Löwen.
Auf der Rückseite ist zwischen zwei zum Kranz verschlungenen Eichenzweigen die Zahl 25 eingraviert. Der Rand der Medaille ist glatt, sie ist mit einem Öhr zum Tragen versehen und sollte an einem blau und weiß gestreiften Band getragen werden. Dazu vermerkt Bibliothekar Dr. Merzdorf noch: "Die Medaille ist in der Löwensteinschen Prägeanstalt in Altona hergestellt."

Eine solche Medaille hat der Münzen- und Medaillenkenner Herr Berend Irps in seiner Sammlung, allerdings ohne Trageband. Wer mehr zu diesem Thema sagen kann oder Unterlagen verwahrt, kann sich an Herrn Irps in Schortens, Roffhausener Landstraße 17, auch unter der Telefonnummer 04421-70 18 69 oder per E-Mail an das Stadtarchiv in Schortens unter archiv@schortens.de wenden.

(Nachdruck und Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Redaktion Jeverland-Bote NWZ vom 16. Juni 2007)


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Wer noch mehr lesen möchte, hier geht es weiter mit einem Bericht von Martin Noormann:

Königsorden nach 150 Jahren wiedergefunden

Schützenkönig Anton B. Behrens regierte von 1857 bis 1858 nach einem großen Fest in Jever

Von Martin Noormann

 

JEVER/MX. Eine ereignisreiche Amtszeit für einen Schützenkönig von Jever gab es nunmehr 150 Jahren. Es war das 56. Königsjahr von 1857 bis 1858. In diesem Jahr wurden die Schützen in der Marienstadt Jever von Anton B. Behrens regiert, seines Zeichens „Brandcassen- Receptor“ in Jever. Seine Aufgabe war somit die Erhebung der Beiträge für die jeversche Brandkasse. Somit war er König Anton Behrens ein angesehener Bürger. Sein Wirken als Schützenkönig von 1857 bis 1858 belegen alte Analen und besonders sein Königsorden, der lange nicht auffindbar war.

Diesen jetzt 150 Jahre alten Orden fand Berend Irps aus Schortens- Roffhausen, ein Fachmann auf dem Gebiet von Münzen, Ehrenzeichen und ähnlichen Dingen durch entsprechende Hinweise im Herbst des vergangenen Jahres. Dieses gibt Anlass, in den Aufzeichnungen zu blättern. Das Schützenwesen in Jever geht auf die Initiative des Fürsten Friedrich August von Zerbst vom 10. Juli 1786 zurück. Die im gleichen Jahr gegründete Schützenkompanie war stellte 1818 die Aktivitäten ein, vermutlich auf Grund der politischen Ereignisse. Doch bereits am 30. Januar 1834 „constituirte“ sich der Schützenverein neu. Die kurze Unterbrechung erklärt, dass es 1857 erst den 56. Schützenkönig gab. Der jeweilige König nach der Wiedergründung des Vereins erhielt von diesem ein silbernes Ehrenzeichen, welches während des Jahres an einer silbernen Kette um den Hals getragen und danach auf der Uniform aufzuheften war. .

Das jetzt wieder aufgefundene Ehrenzeichen hat Anton B. Behrens im Verlauf des Schützenfestes vom 27. Juli bis 2. August 1857 errungen und zwar gleich am ersten Festtage und ein Jahr mit Stolz als Königsorden an der Kette und danach weiter getragen haben.

Das Programm besagt, dass am 27. Juli „nach der Königsscheibe“, am 30. und 31. Juli „nach dem Vogel“ und an den übrigen Tagen „nach der Nummernscheibe geschossen wird“. Vier große Festumzüge gab es dazu in der Schützenfestwoche. Dazu versammelte sich die „Schützen- Companie“ am Montag um 8 Uhr morgens bei der „Rockenmühle“, am Donnerstag auf der Schlachte, am Freitag um 10 Uhr beim „Hof von Oldenburg, und am letzten Festsonntag nachmittags um 3 Uhr bei der „Caserne“. Die Umzüge führten auf unterschiedlichen vorher genau bestimmten Weg zum „Schützenhof“.

Die ersten Weichenstellungen für das Jahresfestes erfolgten bereits in der General- Versammlung des Schützenvereins zu Jever am 21. Mai 1857 im Lokal „Buskohl“, so hieß der „Schützenhof“ zu diesem Zeitpunkt noch, aber nicht mehr sehr lange, denn bereits am 7. Juni dieses Jahres verkündete das Amt Jever in einer öffentlichen Bekanntmachung: „Mit Genehmigung Großherzoglicher Regierung hat die Jeversche Schützengesellschaft dem von ihr gekauften Theil der Landstelle „Buskohl“ Namen „Jeverscher Schützenhof“ beigelegt. Ebenfalls am 7. Juni 1857 beginnt die Schützen- Commission mit den Vorbereitungen und ruft die Betreiber von Marktgeschäften auf, wobei ausdrücklich darauf hingewiesen wird, das der Festplatz „nicht weit von der Stadt entfernt, hoch belegen ist und dahin ein guter Fuß- und Fahrweg führt“. Weiter werden zum Fest noch die Fertigung der Königs- und sonstigen Scheiben, auch das Aufrichten derselben, die Anfertigung und das Aufrichten des Vogels sowie das Aufrichten der Flaggenstangen und die Lieferung der Patronen „ausverdungen“. Mit diesem heute nicht mehr gängigen Begriff ist gemeint, dass die Leistungen allgemein ausgeschrieben werden und jeder Interessent ein Angebot machen kann.

Wenn die Ankündigung sagt, der Festplatz ist „nicht weit von der Stadt entfernt“, so zeigt dieses die kommunale Zuordnung. Der Bereich um den Schützenhof gehörte noch nicht zum engeren Stadtbereich. Für den engeren Stadtbereich wäre in Jever als Stadt erster Klasse der Magistrat zuständig gewesen, da die Stadt nicht dem Amt unterstellt war. Den neuen Namen des Schützenhofes gibt jedoch Amtshauptmann v. Harten vom Amt Jever bekannt, weil das Gebiet noch zu seinem Amtsbereich zählt.

Genauestes geregelt wurde auch die An- und Abfahrt der Marktgeschäfte wie auch der Festteilnehmer. Diejenigen, welche zum und vom Schützenhofe Zelte und anderes bringen, müsten in der Regel den geraden Weg durch das Gehölz benutzen. Dabei sind leere Wagen an engeren Stellen wartepflichtig. Wer dagegen handelt, dem wird das Fahren zum Festplatz untersagt. Passagierwagen dürfen nicht weiter als vor den Schützenhof selbst fahren. Feldwebel Becker und aufgestellte Wachen waren von der Commission beauftragt, auf die Einhaltung der Regeln zu achten. Mit dem großen Zapfenstreich am Sonntag, 26. Juli, „präcise 8 ½ Uhr Abends“ beim „Hof von Oldenburg“ wurde dann das Schützenfest eingeleitet. Es wurde dann wohl auch entsprechend gefeiert, die Restaurationsbetriebe hatten entsprechend geworben. Es wurden über den Festverlauf leider keine Aufzeichnungen gefunden. Sollte ein Leser hier etwas beitragen können wird um Nachricht unter eMail archiv@schortens.de gebeten. .

Bilder:
Diesen Königsorden trug Schützenkönig Anton B. Behrens von 1857 bis 1858 an einer silbernen Kette. Der lange „verschollene“ Orden wurde vor wenigen Monaten von einem fachkundigen Sammler aufgefunden. Bild Martin Noormann

Mit dieser Anzeige vom 9. Juli 1857 rief die Commission des Schützenvereins in Jever zum Schützenfest vom 27. Juli bis zum 2. August auf. Ähnliche Anzeigen mit dem Festprogramm gab es an den folgenden Tagen.

Eine alte Tradition der Jeverschen Schützenfeste war über viele Jahre jeweils der Große Zapfenstreich am Vorabend des ersten Festtages, so auch am 26. Juli 1857 vom „Hof von Oldenburg“ auf dem Alten Markt. Repro (2) Martin Noormann

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Herrn Noormann, der mir freundlicherweise Texte und Bilder zur Verfügung stellte.

Danke auch an Sie lieber Leser dieser Seite, das Sie so lange durchgehalten haben .....

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